Sind Plexiglas und Acrylglas das Gleiche?
Ja. Plexiglas® und Acrylglas sind chemisch identisch – beide bestehen aus Polymethylmethacrylat (PMMA). Der Unterschied liegt allein im Namen: „Plexiglas®“ ist die seit den 1930er-Jahren geschützte Marke der Firma Röhm (heute Evonik), unter der dieser Kunststoff erstmals vertrieben wurde. „Acrylglas“ ist der herstellerneutrale Oberbegriff für denselben Werkstoff, der auch unter anderen Markennamen wie Perspex® oder Plexiglas® läuft. Anders gesagt: Jedes Plexiglas® ist Acrylglas – aber nicht jedes Acrylglas ist Plexiglas®, weil es eben auch von anderen Herstellern kommt.
Welcher Kunststoff ist PMMA?
PMMA steht für Polymethylmethacrylat – das ist die exakte chemische Bezeichnung für genau diesen Werkstoff. Acrylglas, Plexiglas und PMMA meinen also dasselbe, nur auf drei Ebenen: PMMA ist die chemische, Acrylglas die umgangssprachliche und Plexiglas die markenrechtliche Bezeichnung. PMMA ist ein glasklarer, harter, amorpher Thermoplast – „amorph“ bedeutet, er hat keine kristalline Struktur und ist daher von Natur aus transparent. Verwirrend ist gelegentlich der Begriff „Acryl“: Damit ist im Werkstoffkontext PMMA gemeint, nicht etwa Acrylfarbe oder eine Acrylfaser im Textilbereich.
Welche Vorteile und Nachteile hat Acrylglas?
Die Stärken liegen in Optik und Beständigkeit: Acrylglas hat eine Lichtdurchlässigkeit von bis zu 92 % – höher als Glas –, ist von Natur aus UV-stabil und vergilbungsarm, deutlich leichter als Glas, hat eine harte, kratzfeste Oberfläche und lässt sich gut polieren. Die Grenzen liegen in der Mechanik und Temperatur: Acrylglas ist spröder als andere transparente Kunststoffe und kann bei punktueller Schlagbelastung splittern, die Dauergebrauchstemperatur liegt bei rund 80 °C, und bei unsauberer Bearbeitung mit zu viel Hitze entstehen Spannungsrisse. Für die meisten Sicht-, Werbe- und Abdeckanwendungen überwiegen die Vorteile klar – wo es auf Schlagsicherheit ankommt, kommt eher Polycarbonat ins Spiel.
Ist PMMA giftig?
Nein. Ausgehärtetes PMMA gilt als physiologisch unbedenklich und ist im Alltag ungiftig – es wird unter anderem für medizinische Anwendungen, Linsen und Lebensmittelkontaktteile (sortenabhängig, mit entsprechender Zulassung) eingesetzt. Ein praktischer Vorteil: PMMA enthält kein Bisphenol A (BPA) – anders als Standard-Polycarbonat, das auf BPA basiert. Vorsicht ist nur bei der Verarbeitung geboten: Beim Laserschneiden oder starkem Erhitzen können Dämpfe entstehen, weshalb hier auf Absaugung zu achten ist.